1. EINLEITUNG

1.1 Anleitung zur Person

1.2 Vorwort

2. ARBEITSFELD UNTERRICHTEN

2.1 Unterrichtsgestaltung

2.2 Lehrtätigkeit

3. ARBEITSFELD SCHULE

3.1 Umgang mit Lernenden

4. ARBEITSFELD LEHRPERSON

4.1 Fachkompetenz

4.2 Selbstorganisation

4.2.1 Ausländer in der Schweiz

 

-----------------------------------------------------------

1. Einleitung

1.1 Anleitung zur Person

Name: Alpsoy

Vorname: Veli

Geburtsdatum: 01.12.1950

Adresse: Kronenwiese 10

CH-9630 Wattwil

Telefon 071 988 17 39

 

Ausbildungen

•  5 Jahre Primarschule in Bucak (TR)

•  3 Jahre Sekundarschule in Bucak (TR)

•  4 Jahre Lehrerseminar in Gökceada (Insel im Ägäischen Meer TR)

•  Ausbildung für Verkauf (Migros Genossenschaft St. Gallen)

•  Lehrmeister (Migros Genossenschaft St. Gallen)

•  Ausbildung für Kursleiter (Migros Klubschule St. Gallen)

•  Ausbildung für Schuldolmetscher (Erziehungsdepartement St. Gallen)

•  Ausbildung für Lebensversicherung (Rentenanstalt St. Gallen)

 

Berufliche Laufbahn

•  1969-1971 Lehrer in Beskonak TR, fünf Klassen zusammen mit 75 Kindern.

•  1971-1972 Lehrer in Isparta für analphabetische Soldaten.

•  1972-1974 Lehrer in Özalp (Osttürkei an der Iranischen Grenze, als der erste Lehrer in der Dorfgeschichte).

•  1974-1975 Lehrer in Kocaaliler (Westtürkei)

•  1975-1977 Lehrer in Celtikci (Westtürkei)

•  1977-1982 Lehrer für die türkischen Kinder im Kanton St. Gallen (Schmerikon, Murg, Stadt St. Gallen, Flawil, Heerbrugg, Bütschwil, Wattwil).

•  1983-1988 als Abteilungsleiter und Lehrmeister in der Filiale Migros St. Fiden

•  1988-1990 als Innendienstmitarbeiter bei Rentenanstalt St. Gallen.

•  Seit Juni 1990 Lehrer an der Schulgemeinde Wattwil

•  Seit 1992 Lehrer am BWZT

 

Sprachen

•  Türkisch Muttersprache

•  Deutsch

 

Hobbys

•  Volleyball

•  Fussball

•  Gitarre spielen

1.2 Vorwort

Diese Aufgabe bringt mich in die Vergangenheit, vor 37 Jahren, als ich in einem Anatolischen Dorf mit 5 Klassen, insgesamt 75 Schüler, auf einmal angefangen habe. Damals war ich 20 Jahre alt und hatte sehr viel Kraft zum arbeiten. An den ersten Schultag erinnere ich mich wie heute, malte das ganze Schulhaus selber. Ich kann auch nicht vergessen, was ich mit meinem ersten Lehrerlohn gemacht habe: Ich erfüllte meinen Traumwunsch und kaufte ein Fahrrad, das ch nicht mal bar bezahlen konnte.

 

Danach arbeitete ich zwei Jahre lang in der Osttürkei, damals war das für mich Ende der Welt. In einem Dorf, das keinen Strom, keinen Laden, keine Strasse und kein Verkehrsmittel hatte, im Winter lag sogar acht Monate lang Schnee auf der Erde. Ich heizte Schulhaus und mein Haus mit Kuhmist.

Ich unterrichtete tagsüber die Schüler und abends die Erwachsenen, die nie eine Schule besucht hatten. Nach zwei Jahren verabschiedete ich mich mit Tränen von diesem Dorf, da hier mein Berufsleben anfing.

 

Im Jahr 1977 hab ich die Prüfung bestanden, um als Türkischlehrer im Ausland zu arbeiten. In die Schweiz kam ich mit null Deutsch und musste in sieben Orten 5 Jahre lang unterrichten. Ich kann auch nicht vergessen, als ich zum ersten Mal nach Murg fahren wollte, aber fuhr mit einem falschen Zug in Sargans nach Chur.

 

Im Jahr 1990 hat mir die Schulgemeinde Wattwil angeboten, als Deutschlehrer zu arbeiten. Jeder Anfang ist schwer, so war es für mich auch, als ich damals als einziger Ausländer-Lehrer in dieser Schule angefangen habe.

Die Lehrerschaft hat mich am Anfang nicht akzeptiert. Sie haben mit mir in der Pause kein Wort geredet. Das war sehr hart für mich. Ich habe alle Lehrer zu mir nach Hause zum Essen eingeladen, kamen aber nur zwei von 15.

 

Ich habe nicht aufgegeben, mit der Zeit hat sich alles geändert. Jetzt ist sogar Wattwil ein Stück Heimat für mich geworden. In den beiden Schulhäusern habe ich Kollegen, mit denen ich sehr gerne zusammen arbeite.

gehen Sie zum Menü

2. Arbeitsfeld Unterrichten

 

2.1 Unterrichtsgestaltung

 

Meine Klasse besteht 100 % aus den ausländischen Jugendlichen, die mit null Deutsch bei mir anfangen. Ich probiere jeden Schüler mit seiner Muttersprache zu grüssen, damit sie den ersten Mut an der Klassentür bekommen.

 

Als Lehrer und Mensch verstehe ich diese Jugendliche sehr gut. Alles ist fremd für sie. Sie sind scheu und sehr zurück gezogen. Was sie jetzt erleben, erlebte ich damals auch, sogar noch schlimmer. Mein erstes Ziel mit den Schülern ist, dass sie sich so schnell wie möglich in der Schule wohl fühlen können. Ich probiere auch möglichst früh sie besser kennen zu lernen. Wenn ich sie gut kenne, kann ich mit ihnen besser arbeiten. Es ist sehr wichtig für mich, woher die Schüler kommen, welche Sprache sie sprechen, welche Grundbildung sie haben, wann sie in die Schweiz gekommen sind, wo und wie sie hier leben? Um mit ihnen vorwärts zu gehen, brauche ich all diese Angaben. Deshalb mache ich möglichst viele Eltern Besuche. Die Eltern sollen auch mich kennen lernen, wissen zu wem ihr Kind geht. Der Kontakt zwischen den Eltern und dem Lehrer hat viele Vorteile, da man zusammen viele Probleme rasch lösen kann.

 

2.2 Lehrtätigkeit

 

Die erste Bedingung für unseren Beruf für mich ist die Menschen-Liebe. Ein Lehrer muss die Schüler, ist egal, woher sie kommen, welche Farbe sie haben, welcher Religion sie gehören, welche Sprache sie sprechen, akzeptieren ohne Vorurteil. Ein lächelndes Gesicht des Lehrers am Anfang des Unterrichtes ändert schnell die Atmosphäre in der Klasse.

Bevor ich als Deutschlehrer in Wattwil angefangen habe, habe ich sehr viele Deutschklassen im Kanton St. Gallen und in der Stadt Zürich besucht. Irgendwie hat mir die Methode der Lehrer nicht gefallen, weil die Schüler die Deutsche Sprache mit Gefühl lernen und meistens wissen sie nicht, was die Wörter auf ihre Muttersprache bedeuten.

Ich überlegte lange, wie ich unterrichten sollte? Zuerst dachte ich, wie ich diese Sprache lernte, wo ich Schwierigkeiten hatte, und was ich am meisten wünschte? Was ist wichtig für eine Sprache? Natürlich Wörter! Also wenn jemand Deutsch lernen will, muss diese Person zuerst Wörter lernen. Die Wörter sind die Bausteine einer Sprache. Ich brauchte auch ein gutes Lehrmittel, das meiner Wünsche entsprach. Endlich fand ich in Zürich eine Buchhandlung, die „Stähli“ hiess. Ich durfte sehr viele Lehrmittel nach Hause mitnehmen. Meiner Meinung nach wurden viele Bücher nur wegen Geld geschrieben. Ich habe für mich und für meine Klasse das beste Lehrmittel gefunden. Im ersten Band sind 3'500 Wörter. Ich hatte am Anfang Problem. Wie können die Schüler diese Wörter lernen? Ich brauchte viele Erklärungswörterbücher, hatte nur Türkisch. Mit Hilfe meiner Kursteilnehmer und Schüler habe ich die folgenden Glossare erstellt: türkisch, italienisch, serbisch, albanisch, englisch, spanisch, slowakisch, mongolisch, thailändisch, vietnamesisch, arabisch, georgisch, portugiesisch.


Wer neu bei mir beginnt, gebe ich sofort ein Glossar. Was wir im Unterricht neu lernen, vergleichen wir es immer mit Muttersprache, damit lernen die Schüler Deutsche Sprache nicht mit Gefühl, sondern mit Verstand.

 

Um Deutsch zu lernen, habe ich selber sehr viele Lernmethoden entwickelt und Übungen vorbereitet. Wenn man eine neue Sprache lernt, muss man alle fünf Sinnorgane beschäftigen. Mit meinen Materialen und Übungen kann man dieses Ziel realisieren. Ich muss immer in der Klasse mit den Schülern Leistungsgruppen machen, weil sie nicht gleich sind. Manche sind sehr intelligent, manche haben Universität absolviert, manche haben überhaupt keine Schule besucht. Jeder kann sein Arbeitstempo nach seiner Schulausbildung und nach seinem Deutsch Kenntnis selber wählen. Es ist unmöglich in der Klasse, mit allen Schülern über das gleiche Thema zusammen zu arbeiten. Obwohl dieses System für einen Lehrer streng ist, habe ich keine andere Möglichkeit etwas anders zu unterrichten. Seit 17 Jahren haben sehr viele Jugendliche mit diesem System Deutsch gelernt, haben sehr viele Schüler eine Lehre abgeschlossen, sogar eine Schülerin hat die Kaufmännische Lehre mit Erfolg absolviert.

Ich möchte nicht, dass die Schüler ganze Schulzeit auf dem Stuhl sitzen und lernen. Sie sollen aufstehen, an die Tafel kommen, dort Grammatik lernen, Übungen am PC machen, zur Aufgabe-Kontrolle zu mir nach vorne kommen. So macht das Lernen mehr Spass.

gehen Sie zum Menü

3. Arbeitsfeld Schule

 

3.1 Umgang mit Lernenden

 

•  Wenn ein Schreiner das Material nicht gut kennt, kann er aus ungeeignetem Holz einen Schrank machen, der nicht lange original hält.

•  Wenn ein Schneider das Material nicht gut kennt, näht er aus falschem Stoff eine Jacke, die beim ersten Regen kaputt geht.

 

Die Lehrer sollten ihre Schüler sehr gut kennen, damit sie mit ihnen richtig arbeiten können. Das ist für mich sehr wichtig. Deshalb gehe ich zu den Schülern nach Hause, um zu erfahren, wie sie und mit wem sie leben. Womit sie sich beschäftigen? Ich kenne ihre Eltern, erfahre, was sie arbeiten, ob sie in der Lage sind, ihren Kindern zu helfen. Auch wichtig, was sie von mir und von ihren Kindern erwarten? Wenn ich die Eltern besuche, bekomme ich meistens viele Anliegen von Ihnen. Ich fülle die Steuererklärung aus, schreibe verschiedene Kündigungen, Bewerbungen usw. Das mache ich freiwillig sehr gerne. Gegenseitiges Vertrauen bringt sehr viel für die Zusammenarbeit und Erziehung.

 

In meiner Klasse sind viele verheirate Männer und Frauen, vor allem Frauen. Sie sind Importfrauen. Viele von diesen haben gute Schulausbildung in der Heimat absolviert. Nur wegen Geld sind sie durch Heirat in die Schweiz gekommen. Ihre Männer, die hier aufgewachsen sind, sind von den Eltern verwöhnte und freche Leute, die sie nicht verdient haben. Sie verfolgen öfters heimlich ihre Frauen, ob sie nach der Schule direkt nach Hause gehen, ob sie mit den andern sprechen und und?

 

Ich habe viele verheirate Schülerinnen gehabt, die hier eine Lehre machen wollten. Obwohl ihre Männer mir versprochen haben, hat es leider bis jetzt nicht geklappt.

 

Wenn die Männer merken, dass die Sache wirklich ernst geht, schwängern sie ihre Frauen, damit sie keine Zeit mehr für ihre eigene Wünsche haben.

 

Wegen Vertrauen erzählen sie mir alle Sorgen, alle Probleme. Ich höre sie gerne und probiere ihnen zu helfen, gebe ihnen Mut und Rat. Sie haben hier niemanden über ihre Sorgen sprechen zu können. Viele gehen seelisch kaputt. Diese Schülerinnen kommen sehr gerne in die Schule, weil sie ein bisschen von zu Hause, von ihren Schwiegermüttern weggehen wollen. Sie fühlen sich wohl in meiner Klasse, da sie etwas lernen können, etwas lachen dürfen, mit den anderen in der Klasse Kontakt haben können. Selbstverständlich lege ich sehr viel darauf, dass die Schulregeln von allen respektiert werden.

Mit meinem Schreiben wollte ich andeuten, dass die Rolle des Lehrers, nicht nur „ein Lehrer sein“ ist, sondern ein guter Berater, ein Versteher und vieles mehr.

gehen Sie zum Menü

4 Arbeitsfeld Lehrperson

 

4.1 Fachkompetenz

 

Als ich noch in der Primarschule war, wollte ich unbedingt Lehrer werden, weil mein Primarlehrer ein sehr guter Mensch war. Ich wollte immer wie er und wie mein Vater werden. Zum Glück schaffte ich es und wurde Lehrer. Ich habe im Lehrerseminar gelernt, dass ein Lehrer 24 Stunden Lehrer seien soll. Er ist auf der Strasse, im Restaurant, auf dem Markt auch in dem Urlaub Lehrer. Ein Lehrer soll mit Aussehen, mit Sprachen, mit Benehmen für das Volk, für die Schüler ein Vorbild sein. Deshalb bin ich bis jetzt nie mit dem Traineranzug, mit dem Bart in die Schule gegangen. Vielleicht gelten diese Sachen nicht mehr in der Schweiz, trotzdem kann ich auf meine Gewohnheiten nicht verzichten. Trotz sehr vieler negativen Erlebnisse bereute ich bis jetzt nicht, dass ich ein Lehrer geworden. Ich arbeite als Lehrer nicht wegen Geld, sondern vom Herzen, sonst habe ich keinen Erfolg. Wenn ich auf der Strasse einen Ex-Schüler sehe und höre, dass er bei mir etwas gelernt hat und jetzt irgendjemand geworden ist, das gibt mir die Kraft mehr für die Schüler zu machen. In meinem Leben habe ich sehr vieles als Lehrer erlebt. Zwei Jahre in der Osttürkei war es unvergesslich. Ich habe dort für diesen Beruf sehr viel gelernt, sogar Kinder- und Menschenpsychologie waren für mich sehr wichtig. Deshalb habe ich darüber sehr viele Bücher gelesen und an den Seminaren in der Türkei teilgenommen. Ich bin offen zu lernen und lerne jeden Tag von den anderen etwas, auch von den Schülern.

 

Der Lehrer-Beruf ist der heiligste Beruf der Erde. Die heiligen Leute werden auch von den Lehrern erzogen.

 

4.2 Selbstorganisationen

 

4.2.1 Ausländer in der Schweiz

 

Was für Leute kommen in die Schweiz?

 

•  Die Leute, die keinen Beruf gelernt haben.

•  Die Leute, die in ihrem Land Existenz-Probleme haben

•  Die Leute, das Elternhaus verlassen müssen

•  Die Leute, deren Firmen Konkurs gegangen sind

•  Die Leute, die von der Polizei gesucht werden

•  Die Leute, die schnell reich werden wollen

 

Mehr als 80% der Ausländer (die männlichen Personen) sind wegen der oben erwähnten Gründen in die Schweiz gekommen. Wenn sie in ihrem Land genügendes Einkommen gehabt hätten, wären sie nicht hierher gekommen. Es ist nicht so einfach für einen Menschen, von den Verwandten, von den Freunden, von der eigener Heimat in eine neue Kultur, in ein fremdes Land zu gehen. Wenn man diese Leute fragt, wie lange sie hier bleiben wollen? Die Antwort ist immer gleich: „Ich will Geld sparen und ein Haus in der Heimat kaufen, dann sofort zurückkehren“. Sie kommen öfters allein in die Schweiz. Wo und wie sie arbeitet, spielt keine Rolle. Wichtig ist, wie sie mehr Geld verdienen kann. Die Sprache ist für sie nicht wichtig. Ihr Ziel ist, nach dem Geldsparen zurück in die Heimat. In den ersten Jahren denkt man nur an Sparen. Nachdem das erste Haus gekauft wird, bleibt man immer noch hier, weil dann die Luxus-Bedürfnisse dran sind. Die Sehnsucht zwingt diese Männer ihre Frauen und Kinder hierher zu bringen. Die Kinder sind schon im Schulalter, aber sie gehen noch nicht zurück. Nach der Absolvierung der Primarschule denken sie: Was können die Kinder jetzt in der Heimat machen? Sie haben keinen Beruf. „Am besten lernen die Kinder hier einen Beruf, dann kehren wir zurück“. Bei den Berufswahlen machen sie auch Fehler, weil sie die Berufe in der Schweiz nicht kennen. Die Kinder dürfen die gewünschten Berufe nicht wählen, da die Eltern sie für einen bestimmten Beruf zwingen (z.B. Automechaniker, Friseur usw.) womit sie auch in der Heimat beschäftigen können.

 

Die Kinder haben schon einen Beruf, aber die Eltern sind noch hier. Sie denken jetzt: „Wir bleiben noch in der Schweiz, bis die Kinder heiraten“. Nach der Heirat sind sie selbständig, dann können wir endlich in die Heimat zurückkehren“. Die Eltern sind schon Grosseltern geworden, aber sie sind immer noch da. Sie geben immer noch den Bekannten Rückkehrtermin. Das heisst: „Nächstes Jahr“! Weil sie immer an Sparen gedacht haben, haben sie in der Schweiz bis jetzt nicht gut gelebt. Weil sie immer an Rückkehr gedacht haben, haben sie Deutsch nicht gelernt. Obwohl sie seit vielen Jahren in der Schweiz gelebt haben, sind sie leider nicht integriert. So verbringen viele Ausländer ihr Leben hier.

Die Kinder

 

Es sind zwei verschiedene Arten von Kindern:

 

•  Die Kinder, die in der Heimat geboren und später in die Schweiz gekommen
sind.

•  Die Kinder, die hier geboren sind.

 

Die spät in die Schweiz gekommenen Kinder

 

Diese Kinder sind am meisten bei ihrer Mutter oder bei den Grosseltern aufgewachsen, haben bis jetzt mit Sehnsucht nach ihrem Vater oder Mutter ihr Leben in der Heimat verbracht. Die Grosseltern geben grosse Mühe, ihnen zu helfen. Ihr Vater schickt regelmässig Geld zu ihnen aus der Schweiz. Diese Kinder können kaufen, was sie wollen. Ihre Spielzeuge sind aus der Schweiz, ihre Bekleidungen sind auch aus der Schweiz. Wenn man diese Kinder auf der Strasse sieht, merkt man sofort, dass ihre Eltern im Ausland leben. Man nennt diese Kinder: Deutschländer-Kinder. Sie haben keine guten Freunde. Sie sind von den anderen Kindern nicht so gut beliebt. Das Vermögen hat diesen Kindern frech gemacht. In der Schule haben sie keinen guten Erfolg. Die Kinder denken auch daran, dass sie irgendwann in die Schweiz gehen werden.

 

Die Kinder, die in der Schweiz geboren sind

 

Wenn die Kinder in der Schweiz geboren sind, haben sie andere Probleme, da sie irgendwie in der Mitte stehen und mit zwei Kulturen zu tun haben. Viele Mütter sind gezwungen zu arbeiten, und sind nicht in der Lage ihren Kindern etwas beizubringen, so geht das Erzogen in die Brüche.

 

Es gibt 2 Varianten Kinderprobleme zu lösen:

 

•  Ein Elternteil verbringt die Zeit mit den Kindern

•  Oder man sucht jemanden, der auf die Kinder aufpasst

 

Manche Eltern arbeiten 2- oder 3-schichtig. In solchen Fällen kümmern sie sich selber um ihre Kinder. Leider können sie diese wichtige Arbeit nicht gut üben. Sie sperren ihre Kinder entweder in einem Zimmer oder schicken sie auf die Strasse, weil sie die frei Zeit in Ruhe verbringen wollen. Wenn die Eltern normal arbeiten, finden sie für ihre Kinder irgendeine Frau, die von der Kindererziehung überhaupt keine Ahnung hat und damit sie bisschen Geld verdienen will.

Diese Frau ernährt die Kinder und hält sie unter Kontrolle. Diese Kinder werden mit der Zeit entweder sehr aggressiv oder sehr ruhig. Deutsche Sprache lernen sie sowieso nicht.

 

Die Schulen

 

Die ausländischen Kinder lernen die deutsche Sprache erst im Kindergarten. Viele Eltern probieren zu Hause mit ihren Kindern Deutsch zu sprechen. Sie meinen damit, dass die Kinder schnell Deutsch lernen werden. Ich bin persönlich dagegen, weil die Eltern selber nicht Deutsch sprechen können. Um eine Fremdsprache zu lernen, muss man zuerst die Muttersprache sehr gut beherrschen. Manchmal merken sie nicht, ob das gesprochene Wort Deutsch oder Muttersprache ist? Das wichtigste Problem der ausländischen Kinder ist die Sprache. Vor vielen Jahren habe ich mit Absicht mit vielen ausländischen Kindern von Ebnatt-Kappel bis Bazenheid gesprochen. Leider habe ich kein Kind gesehen, dass es Deutsch gut sprechen kann. Die Eltern können ihren Kindern bei ihren Hausaufgaben nicht helfen, weil sie selber nicht können. Leider kennen viele Eltern ihre Kinder nicht so gut. Sie meinen immer, dass ihre Kinder sehr Intelligent, fleissig seien und sehr gut Deutsch sprechen könnten. Die Ausbildung der Eltern reicht nicht, um die Leistung ihrer Kinder zu testen.

Viele Lehrer (vor allem in der Unterstufe) sprechen Schweizer-Dialekt in der Klasse. Die ausländischen Kinder sprechen gerne auch Dialekt, weil er einfacher ist. Die Lehrer sollten in der Schule nur Schriftdeutsch sprechen, damit alle Kinder die Fälle, die Zeitformen frühzeitig merken können. Für die ausländischen Kinder ist die Schule der einzige Ort, wo sie gut Deutsch lernen können. Diese Kinder haben leider sehr weinig Kontakt mit Schweizerkindern.

 

Die Lehrer geben den Schülern die Hausaufgaben. Manchmal brauchen die Kinder Hilfe, diese Aufgaben zu lösen. Ich bin sicher, mehr als 90% der ausländischen Eltern nicht in der Lage sind, ihren Kindern bei den Aufgaben zu helfen. Ich kenne selber viele Eltern, wie sie für ihre Kinder Hilfe gesucht haben. Ich würde als Lehrer diesen Kindern keine Aufgabe geben, wenn sie sie nicht allein lösen können.

 

Eine andere wichtige Sache ist die Mentalität der Kinder. In meisten Schulen der Herkunftsländer beherrscht eine rigorose Disziplin. Bevor dir Kinder in die Schweiz kommen, hören sie sehr viele aber nicht richtige Sachen über Schweizerschulen. Wenn sie hier in die Schule gehen, glauben sie, dass sie sehr viel Freiheit haben und alles machen dürfen. Wenn der Klassenlehrer ein bisschen toleriert, nutzen sie es sofort aus. Wegen der Sprache und der anderen Sachen haben sie keinen Erfolg in der Schule. Sie haben auch keine Schweizerfreunde. Diese Kinder wollen sich irgendwie zeigen. Wie zeigen sie sich? Sie werden frech, sie streiten, sie stehlen, lügen, rauchen, bekleiden sich komisch an. Als Vorbild wählen sie öfters schlechte Typen.

 

Meiner Meinung nach kann man vieles machen, um diese Probleme zu lösen. Erstens haben die Klassen Lehrer für diese Sache viel zu tun.

 

Die Lehrer sollen mit den Eltern zusammen arbeiten. Sie sollen die Eltern und ihre Mentalität gut kennen lernen. Sogar sollen die Lehrer die Eltern bei ihnen zu Hause besuchen und selber sehen, wie diese Leute leben, ob sie in der Lage sind, ihren Kindern zu helfen, oder brauchen sie selber Hilfe. Ich glaube weniger, dass das Gespräch mit den Eltern in der Schule etwas bringt. Viele Ausländer gehen nicht gern in die Schule. Wenn sie gehen, verstehen sie sowieso vieles nicht. Obwohl sie nichts verstanden haben, sagen sie immer ja, ja! Wenn der Lehrer einen Übersetzer findet, sagen die Eltern die Wahrheit nicht, weil dieser Übersetzer eine fremde Person ist. Aber wenn der Lehrer zu ihnen nach Hause geht und bei ihnen etwas trinkt, bringt es sehr viel. Erstens ist der Lehrer ein Gast bei ihnen und der Gast ist König. Wenn ein Lehrer die Eltern besucht, redet man da von einer Ehrensache. Dieser Besuch wird mit stolz den anderen erzählt. Sie freuen sich sehr darauf, weil der Lehrer ihnen Wert gibt und sie besucht. So ein Besuch ist für den Lehrer eine gute Gelegenheit über die Familie mehr zu wissen. Er kann alle Familienangehörigen kennen lernen, ob die Eltern sonst Probleme haben, ob jemand dem Kind helfen kann? Wenn der Lehrer bei ihnen zu Hause ist, kann er für das Kind vieles von den Eltern verlangen, weil die Eltern ganz selten weigern.

 

Obwohl viele Lehrer mit den Schülern Probleme haben, erzählen sie niemandem. Erst erfahren die anderen Kollegen, nachdem die Sache nicht mehr unter Kontrolle gewesen ist. Einen Lehrer kann nur ein Lehrer gut verstehen und ihm helfen.